Logo

Kniescheibe

Ein differenzierte Betrachtungsweise bei der Diagnostik und Therapie kniescheibenbedingter Beschwerden ist Voraussetzung für das Verstehen der funktionellen Anantomie der Kniescheibe.Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen der Instabilität der Kniescheibe (Patellainstabilität bei Luxation) und dem Kniescheibenschmerz mit und ohne anatomische Anomalien.


Instabilität der Kniescheibe

Die Ursachen der Patellainstabilität ist multifaktoriell.Neben anatomischen Gegebenheiten (Dysplasien des Gleitlagers,Stellung der Beinachse etc.) spielen weichteilbedingte Veränderungen (Muskelschwächen, Dysbalancen etc.) eine Hauptrolle. Neben der exakten Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) sind klinische Untersuchung, Röntgendokumentation und Kernspintomogramm die wesentlichen Diagnostika.

Bei einer Erstverletzung (Patellaluxation ohne Begleitverletzungen ) ist ein konservatives Vorgehen möglich mit Ruhigstellung (ca. 3 Wochen) und nachfolgender Physiotherapie.

Bei immer wiederkehrenden Luxationen sind folgende operative Maßnahmen gegeben:


Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligamentes (MPFL):

Die anatomische Rekonstruktion dieses Bandes kann die rezidivierende Patellaluxation zur Ausheilung bringen.Das Operationsverfahren sieht nach vorangegangener Arthroskopie, bei der luxationsbedingte Schäden des Kniegelenkes, z.B. Knorpelschäden behoben werden können, die Entnahme der körpereigenen Sehne des Musculus Gracilis vor, die anschliessend an der inneren seitlichen Kniescheibe mit 2 Fadenankern und am inneren Oberschenkelknochen mit einer bioresorbierbaren Schraube fixiert wird.Unter einem mehrwöchigen Tragen einer Kniegelenksorthese heilt das so rekonstruierte Band in der Regel sicher und vollständig ein und verhindert künftige Patellaluxationen. Die Vorteile dieser Methode gegenüber herkömmlichen Verfahren wie "laterales Release" oder "medialen Bandraffung" liegen bei der anatomisch optimalen Rekonstruktion des MPFL und damit einer deutlichen Reduktion von Rezidiven.


Kniescheibenversetzung

Die Versetzung der Kniescheibe (Animation zum Operationsverfahren Osteotomie der Tuberositas Tibiae mit dem T3® AMZ System) nach innen ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen zur Behandlung der Instabilität.Die Indikation ergibt sich bei einem pathologischen TTTG Winkel > 20 Grad ohne schwere Knorpelschäden..Sie kann kombiniert werden mit einer medialen Kapselraffung und/oder Rekonstruktion des MPFL.


Trochleaplastik und Osteotomie

Diese sehr aufwendige Operationen, bei denen knöcherne Unterfütterungen der Oberschenkelrolle zum Ausgleich der Fehlentwicklung der Oberschenkelrolle erfolgen, werden nur bei sehr strenger Indikationsstellung eingesetzt, zumal auch Langzeitergebnisse noch ausstehen.


Umstellungen der Ober-und Unterschenkel

Liegt der Patellaluxation eine Drehfehlstellung des Ober-und Unterschenkels zugrunde, so muss dieses im Rahmen einer Umstellungsosteotomie angegangen werden.